FAQ - häufig gestellte Fragen 

 
 


Wie funktioniert Schriftdolmetschen überhaupt?

Schriftdolmetschen ist eine Form der barrierefreien Kommunikation. Ganz allgemein gilt, dass die Schriftdolmetscherinnen das gehörte Wort entweder sofort tippen oder in eine Spracherkennungssoftware nachsprechen und nachkorrigieren. Der so erzeugte Text kann dann in Echtzeit mitgelesen werden. Traditionell geschieht das vor Ort, wobei der Text dann meist per Beamer und Leinwand eingeblendet wird. Wir arbeiten aber auch viel online; dafür wird der Originalton per Mikrofon und Zoom an die Schriftdolmetscher übertragen, und der Text kann dann über ein Internetpad per Link mitgelesen werden.

Welche Technik brauche ich dafür?

Wenn wir vor Ort schriftdolmetschen, bringen wir unsere Laptops, unsere eigenen Headsets etc. selbst mit. Beamer und Leinwand sind idealerweise schon vorhanden oder müssten organisiert werden, wenn mehrere Personen mitlesen möchten. Für eine Person können wir zur Textanzeige auch einfach ein Tablet nutzen.

Bei Online-Einsätzen benötigen die Schriftdolmetscher vor Ort Mikros für die Rednerinnen; der Ton wird dann über Zoom übertragen. Am einfachsten wird der Text dann auf einem Internetpad angezeigt; er kann aber auch in andere Systeme eingebunden werden.

Wer übernimmt die Kosten für Schriftdolmetscher?

Das können wir leider nicht pauschal beantworten. Häufig ist es das zuständige Integrations- bzw. Inklusionsamt, manchmal auch die Agentur für Arbeit, die Krankenversicherung, das Studierendenwerk oder ein anderer Kostenträger. Der Rechtsanspruch auf Kostenübernahme ist im Sozialgesetzbuch und den dazu gehörenden Kommunikationshilfenverordnungen geregelt. Wir klären gerne gemeinsam, welche Stelle im jeweiligen Fall zuständig ist.

Kann KI das nicht inzwischen auch?

Jein. Es gibt zwar inzwischen künstliche Intelligenz, die gesprochene Sprache in Schrift umwandelt. Allerdings ist sie sehr unzuverlässig und das Ergebnis manchmal komplett unverständlich: Häufig werden Wörter falsch erkannt, vor allem, wenn der Sprecher einen Dialekt oder ausländischen Akzent hat. Fremdwörter werden häufig nicht erkannt. Dazu denkt eine KI nicht mit wie eine menschliche Dolmetscherin: Alle störenden Ähs, Versprecher oder abgebrochenen Sätze werden mit verschriftlicht, was den Lesefluss stört und das Verständnis erschwert. Echte Schriftdolmetscher filtern störende Versprecher etc. gleich raus und formatieren das Gesprochene so, dass es gut verständlich und angenehm zu lesen ist.

Brauche ich Schriftdolmetscher oder Gebärdensprachdolmetscher?

Am besten ist immer, die hörgeschädigte Person nach ihrer persönlichen Präferenz für barrierefreie Kommunikation zu fragen. Als Faustregel gilt: Wenn die Person taub geboren wurde und Gebärdensprache ihre Muttersprache ist, sind Gebärdensprachdolmetscher die bessere Wahl. Für Personen, die mit Lautsprache aufgewachsen sind und erst später in ihrer Hörfähigkeit eingeschränkt wurden, eignet sich das Schriftdolmetschen besser. Es ist auch möglich, beides miteinander zu kombinieren, zum Beispiel wenn wie im Fremdsprachenunterricht zwei verschiedene Sprachen gesprochen werden: Dann kann ein Gebärdensprachdolmetscher alle deutschen Anteile übernehmen und die Schriftdolmetscherin alle fremdsprachlichen Anteile dolmetschen.

Wie ist der Ablauf, wenn ich Schriftdolmetscher brauche?

Am einfachsten ist es, wenn Sie uns in Ihre Anfrage gleich alle relevanten Daten schreiben: wann, wo, zu welchem Thema werden Schriftdolmetscher benötigt, steht der Kostenträger schon fest, soll es vor Ort oder online passieren? Wir klären dann zusammen alle wesentlichen Details. Bei regelmäßigen Veranstaltungen sind wir bemüht, ein festes Team einzusetzen, das sich dann mit dem jeweiligen Thema und der Situation bestens auskennt.

Worauf muss ich achten, wenn ich Schriftdolmetscher beauftrage?

Grundsätzlich ist zu beachten, dass Schriftdolmetschende immer im Zweierteam arbeiten und sich alle 15 Minuten abwechseln.

Dabei ist vor allem wichtig, dass die Schriftdolmetschenden gut hören können, das heißt bei Präsenz-Veranstaltungen entweder dicht am Redner sitzen oder in einem Nebenraum bzw. einer Dolmetschkabine den Mikrofonton direkt aufs Ohr bekommen. Dazu brauchen sie mehrere Steckdosen in ihrer Nähe und eine WLAN-Verbindung.

Außerdem muss rechtzeitig vorher abgesprochen werden, wie der Text an die Rezipienten kommen soll: über eine Online-Plattform, per Beamer und Leinwand?

Bei Online-Veranstaltungen ist eine gute Tonqualität noch wichtiger, weil die Schriftdolmetscherinnen meist nicht sehen können, was vor Ort passiert. Alle Redner sollten direkt z. B. in ein Ansteckmikro sprechen und niemals in ein Laptopmikro, das meterweit von ihnen entfernt steht.

Vorbereitungsmaterial mit Informationen zum Inhalt der Veranstaltung sowie Namen der geplanten Redner ermöglichen es den Schriftdolmetschern, eine qualitativ hochwertige Verdolmetschung zu leisten.

 

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